OBERLANDPRAXIS
     Impfblog eines Landarztes

Liebe Patienten,

Eigentlich bin ich von der Coronaimpfung überzeugt. Aber immer wieder habe ich Begegnungen mit Patienten, die mich doch ins Grübeln bringen. Lesen Sie hier in Blogform, wie es mir dabei ergeht...

Alle vorkommenden Patienten sind natürlich komplett fiktiv!

Viel Spaß bei der Lektüre, Ihr Dr. Nikolaus Treiber

5.8.21 Same Procedure as every year?

Kürzlich kam Herr A. wegen einer kleinen Unpässlichkeit zu mir in die Morgensprechstunde.

"Ich sehe, dass Sie noch keine Coronaimpfung hatten", sagte ich beiläufig am Ende des Gesprächs. "Wollen wir das gleich erledigen?"

"Nein, Herr Doktor", antwortete er. "Ich lasse mich nicht impfen. Wenn ich mich jetzt impfen lasse, dann muss ich mich ja immer wieder impfen lassen, Jahr für Jahr und wer weiß wie oft noch."

Seine Antwort verblüffte mich, und ich verzichtete darauf, alle meine gut vorbereiteten Argumente für die Impfung vorzubringen. Hatte Herr A. nicht recht? War nicht bereits jetzt eine dritte Impfung im Gespräch? Wer wusste schon, wie lange der Impfschutz anhielt? Und würde nicht jedes Mal, wenn eine neue Virusvariante im Umlauf kam, das Ganze von vorne losgehen?

Mittags stellte meine Frau einen Teller dampfender, mit viel Liebe zubereiteter Nudeln vor mich hin.

Ich dachte an meine neuen Erkenntnisse und schob den Teller zurück. "Nein", sagte ich. "Wenn ich jetzt esse, dann bin ich schon heute Abend wieder hungrig. Was hat das für einen Sinn?"

Meine Frau warf mir einen verwunderten Blick zu. Sie sagte nichts weiter, aß aber dann doch mit Appetit den eigenen Teller leer. Offenbar war ich nicht so überzeugend wie Herr A.

Abends, rechtschaffen müde, knurrte mir aber doch etwas der Magen, als mich anschickte, ins Bett zu gehen.

Moment, dachte ich mir. Ich bin dabei, einen Fehler zu begehen. Wenn ich mich jetzt hinlege, verschlafe ich die ganze Nacht, und morgen bin ich dann doch wieder müde. Wie viel Besseres könnte ich in dieser Zeit tun.

Der nächste Tag verlief gut. Ich zwinkerte vielleicht ein wenig mehr als sonst und musste auch das eine oder andere Gähnen unterdrücken. Aber das würde sich geben, sobald ich mich an meinen neuen Lebensstil gewöhnt hatte.

Die nächsten Tage wurde mit von mehreren Seiten aus dem Team eine gewisse Reizbarkeit bescheinigt.

Dann traf ich wieder auf Herrn A, dessen Unpässlichkeit noch nicht ganz vorüber war. Er musterte mich und zog die Augenbrauen zusammen. "Alles in Ordnung mit Ihnen, Herr Doktor?", fragte er. "Alles super", erwiderte ich. "Sie habe mir mit Ihrem Argument gegen die Impfung die Augen geöffnet. Ich bin Ihnen ewig zu Dank verpflichtet".

Er schien verunsichert. Sein nächster Satz ging unter im donnernden Knurren meines Magens. Herr A. zuckte zurück.

"Kann es sein, dass es hier etwas streng riecht?", fragte er dann.

"Das liegt daran, dass ich mich nicht mehr wasche", erwiderte ich. "Was hätte das auch für einen Sinn? m nächsten Tag müsste ich mich wieder waschen, und dann weiter, jeden Tag, Jahr um Jahr."

"Wissen Sie, ich habe nachgedacht", rückte Herr A. heraus. "Vielleicht ist es ja nicht so schlimm, wenn ich mich öfters impfen lassen muss. Was meinen Sie, Herr Doktor... Ich lasse mich Impfen und Sie waschen sich wieder. Ich bin, nun ja, in diesem Punkt ein wenig empfindlich..."

Bitte verzeihen Sie das verspätete Erscheinen dieses Blogbeitrags. Ich war für ein paar Tage bewusstlos, nachdem ich den kompletten Kühlschrank leergegessen hatte.

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